Mindestlohn und Rechtsreferendariat

Auf lto.de findet sich ein netter Bericht über die Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf das Jurastudium und das Referendariat. Kurz zusammengefasst: es ändert sich nichts.

Und das liegt nicht daran, dass Studenten und Referandare so gut verdienen würden.

Pflichtpraktika während des Studiums sind komplett vom MiLoG ausgenommen. Man wird da also auch wie bisher keinen Cent bekommen. Das ist aber vielleicht auch gar nicht schlimm, weil diese Praktika in der Regel recht locker ablaufen, was den Zeit- und Arbeitsaufwand betrifft. Es soll Praktikanten geben, die nur ein Mal in der Kanzlei auftauchen müssen: um die Praktikumsbescheinigung abzuholen. Das ist natürlich ein Extremfall. Allerdings ist zu bedenken, dass man als Student sowieso nicht wirklich mitarbeiten kann, sodass insgesamt 3 Monate Pflichtpraktikum (in Bayern) eigentlich zu viel sind. Ich persönlich war zwei Mal bei Anwälten und ein Mal am Amtsgericht. Sowohl Richter, als auch Anwälte waren sich dessen bewusst und gaben mir daher einen guten Einblick (Schriftsätze, Akten, Kalnzleialltag, Verhandlungen) und ansonsten recht viel Freizeit. Letztere benötigt man auch dringed für Haus-, Seminar- und Studienarbeiten und nicht zuletzt für die Examensvorbereitung.
Würde das MiLoG für Pflichtpraktika gelten, würden diese Feiheiten wegfallen.

Anders ist das im Referendariat.
Auch hier ändert sich ebenfalls nichts, allerdings zu unrecht.
In Bayern bekommt ein Rechtsreferendar 1088,49. Brutto. Er zahlt zwar keine Rentenversicherung, sehr wohl aber Lohnsteuer und die restlichen Sozialabgaben. Ist man in Steuerklasse 1, bekommt man Netto etwa 880€. Damit die “Unterhaltsbeihilfe” in etwa einer Vollzeitbeschäftigung mit Mindestenlohn entspräche, müsste diese um etwa 350€ erhöht werden.

Ich hab mir mal spaßeshalber ausgerechnet, was ich an Hartz IV bekäme: es sind nicht mal 100€ weniger. Und das auch nur, weil ich eine relativ günstige Wohnung habe. Wir halten also fest: der Staat zahlt seinen zukünftigen Juristen gerade einmal eine Grundsicherung. In anderen Bundesländern übrigens sogar weniger.

So wie es aussieht, werde ich als Referandar weniger verdienen, als jetzt im Studium mit Nebenjob. Hach ich freu mich aufs Ref…

"Das ist seine Berufskleidung. Er ist Anwalt. In Wirklichkeit ist er ganz locker!"

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"Das ist seine Berufskleidung. Er ist Anwalt. In Wirklichkeit ist er ganz locker!"

"I’d do it myself if I knew the law."

Richard Fish ( lawyer ), Ally McBeal, TV Series (via dwnthrbbthl)

Meine neuer fahrbarer Untersatz :) Nein, das ist kein Hipsterrennrad!

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Meine neuer fahrbarer Untersatz :) Nein, das ist kein Hipsterrennrad!

Bestanden :)

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Bestanden :)

Schnitt!

Ich hab tatsächlich das erste juristische Staatsexamen bestanden. Das heißt, ich steh jetzt wieder einmal vor einem neuen Lebensabschnitt. Ab 1. Oktober werde ich Rechtsreferendar sein. 
Das gibt mir Motivation, ein Projekt in Angriff zu nehmen, das vor drei Jahren eingeschlafen war: mein Blawg. Nachdem ich im Studium nur Mittelmaß war und andere studentische Blogger einer nach dem anderen ihr Studium beendeten, sank die Motivation, selbst weiterzuschreiben.
Aber jetzt kann es wieder losgehen!
Ich werde erst mal hier auf Tumblr anfangen. Sollte es tatsächlich laufen, mache ich mir vielleicht Gedanken über eine Domain :) 

Timestamp: 1404765263

Der Größenwahn hat ihn gepackt #jackrussel